Das „Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung“ als Amtliches Kreisblatt veröffentlichte in der Ausgabe Nr.78 seines 59. Jahrgangs (1890) unter dem Datum „Schleiden, 25. Sept.“ folgenden kurzen Satz:
„Der hiesige Verschönerungsverein trat, gemäß Beschluß der Generalversammlung vom 18. ds. Mts., dem Eifelverein als Ortgruppe bei.
GründerversammlungDamit war die Ortsgruppe Schleiden des Eifelvereins gegründet.
Eine Begründung für diesen Beschluss fehlen ebenso wie Unterlagen über die Tätigkeiten in den ersten Jahren. Als Nachfolger des 1883 gegründete Schleidener Verschönerungsverein hatte die neue Ortsgruppe zum Ziel, durch Anlagen von Promenaden, Alleen, Terrassen, Fontänen, Pavillons u. ä. „Mängel in der einheimischen Natur“ (!!) zu beheben, und auch das Wandern zur Stärkung des Fremdenverkehrs zu fördern. Namen von Mitgliedern aus dem ersten Jahrzehnt des Bestehens des Schleidener Eifelvereins sind nicht bekannt.
Erste Zahlen über Mitglieder des Vereins stammen aus den Jahren 1891 mit 25 Mitgliedern, 1894 waren es 44 und 1895 schon 86 Mitglieder. 1906 zählte der Verein 50 Mitglieder, unter denen auch der Herzog von Arenberg (Brüssel) und der bekannte Eifelmaler Fritz von Wille (Düsseldorf) waren.
Mitgliedskarte 1938

Die Arbeit des Schleidener Eifelvereins in den ersten 25 Jahren bestand hauptsächlich darin zu Wandern, Wanderwege zu kennzeichnen und Ruhebänke aufzustellen. Wegen fehlender Freizeit in dieser Zeit beschränkte sich das Wandern auf 1 bis 3 Wanderungen und 2 bis 4 „Ausflüge“ im Jahr. Dabei war die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Schleiden für die Mitglieder eine Selbstverständlichkeit.
Erst nach dem ersten Weltkrieg verstärkte sich die Wandertätigkeit, wie sich aus den monatlichen, öffentlichen Ankündigungen von Wanderungen im Amtlichen Kreisblatt erkennen lässt.
1976Auch war die Schleidener Ortsgruppe wiederholt Gastgeber für die Sitzungen des Hauptvorstandes, die stets eine gute Werbung für die Ortsgruppe waren.
Nach dem zweiten Weltkrieg in den 50er und 60er Jahren stand das Wandern im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit. Aber neben der Wandertätigkeit nahm der Anteil an der Vereinsarbeit mit Aktivitäten im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich deutlich zu. So wandelte sich der aus dem im Jahre 1950 veranstalteten „Heimatabend“ 1952 in der Karnevalszeit in ein „Kostümfest“ und danach in den jährlichen Karnevalsball des Schleidener Eifelvereins im Hotel Kern, der lange Zeit das gesellschaftliche Ereignis in Schleiden war. Diese Tradition ging mit der Gründung der Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiß Schleiden“ auf diese über.

Vorsitzender in dieser Zeit des Aufbaus nach dem Zusammenbruch war Peter Klein bis 1953. Im Vorsitz folgte ihm von 1953 bis 1960 Josef Fesenmeyer, von 1960 bis 1980 Dr. Josef Kolvenbach, von 1980 bis 2008 Dipl.-Ing. Heinz Vaßen und von 2008 an Peter Michalski.
Die Vortragstätigkeit in Wort und Bild aus dieser Zeit findet heute noch ihren Niederschlag in der jährlichen Mitgliederversammlung, die stets mit einem solchen Vortrag verbunden wird. Themen sind insbesondere die Natur und Landschaft, Wander- und Reiseberichte sowie sonstige Fachvorträge zu aktuelle Ereignissen.
Neben den Vereinsformalitäten in den Mitgliederversammlungen ist die Ehrung von Mitgliedern immer ein besonderes Ereignis.
Besondere Beispiele:
1986 für 50 Jahre Mitgliedschaft1986Vorsitzender Heinz Vaßen ehrt (l.) Grete Logen
und seine Mutter Sibylle Vaßen

1988 für 50 Jahre Mitgliedschaft 
1988
v.l.: Rudi Schmidt, Paul Gerhard Bertrams, Cilly Falkenstein, Heinrich Lessenich, Horst Nagler, Paul Huppertz, (Vors. H.Vaßen)

1989 für 50 Jahre Mitgliedschaft
1988
v.l.: Elisabeth Larres, Werner Rosen, Christel Scholzen, Heinz Ingmanns, Margot Collenberg, Traute Ingmanns,
Rosalia Schuer, (Vors. H.Vaßen) (Foto: Gudrun Klinkhammer)
Vorsitzwechsel 2008 von Heinz Vaßen (l.) an Peter Michalski
2008
Neben den Wanderungen, das Angebot an Ganztages- und Halbtageswanderungen liegt heute bei ca. 20 pro Jahr, wurden die „Ausflüge“ in den letzten Jahrzehnten zu Wanderfahrten bzw. Wanderreisen erweitert, die in das Inland und Ausland führten. So führten Wanderreisen u.a. in die Sächsische Schweiz, in das Allgäu, nach Thüringen, in den Schwarzwald, in den Harz und in den Pfälzer Wald. Aber auch Ziele im Ausland wurden besucht, so auf Madeira, auf Mallorca und in der Schweiz. Gut angenommen von den Mitgliedern wurden auch die Mehrtage- bzw. Wochenendfahrten (4 Tage) in die benachbarten Wandergebiete wie Sauerland, Weserbergland, Südeifel, Hunsrück, Oberbergisches Land und Luxemburger Schweiz.
Streckenwanderungen in einzelnen Abschnitten, z.B. über den Moselhöhen-Weg von Trier nach Koblenz oder von Trier nach Schleiden (unser Eifelsteig) rundeten das Wanderprogramm ab.
Als herausragende Einzelveranstaltung in der Vergangenheit mit hohem Organisations- und Personalaufwand ist das100 Jahre
100-jährige Jubiläum der Ortsgruppe Schleiden im Jahre 1990 zu nennen,
das in großem Rahmen zusammen mit einem Stadtfest und zugleich mit einem Bezirkswandertag gefeiert wurde. Im Mittelpunkt stand die Festveranstaltung mit der Übereichung der Eichendorff-Plakette des Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker durch den Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes. Die Auszeichnung erhielt die Ortsgruppe für ihr „in langjährigem Wirken erworbenen besonderen Verdienste und Förderung des Wanderns, des Heimatgedankens und des Umweltbewusstseins“.
Auch als besondere Veranstaltung mit hohem Organisationsaufwand zu nennen ist der Rundschau-Wandertag im Jahre 2006 mit rd.400 Teilnehmern als Auftaktsveranstaltung zum Deutschen Wandertag 2006.
Neben den Wanderungen war in den letzten Jahren die Überarbeitung und Überprüfung des gesamten Wegnetzes des Schleidener Eifelvereins nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands zusammen mit der Stadt Schleiden mit einem erheblichen Arbeitseinsatz verbunden. Das Wanderwegenetz wurde komplett neu beschildert und markiert sowie gekennzeichnet ,wobei die Überprüfung der Richtungsschilder und der Markierung bei der Ortsgruppe lag. Im Ergebnis verfügt das Wandergebiet Schleiden über eine Wanderwegebeschilderung, die den hohen Anforderungen der Wanderer gerecht wird und vorbildlich für die ganze Eifel sein kann.
Dieses neue Wanderwegenetz mit seinen Rundwanderwegen hat Eingang in die heutige neue Technik, dem Eifel-PfadFinder gefunden. Mit seiner Hilfe kann man aus einer Vielzahl von Möglichkeiten eigene Wanderungen auswählen, den GPS-Track herunterladen und die Übersichtskarten mit Wegebeschreibung ausdrucken. Diese neue Technik dürfte insbesondere für jüngere Leute interessant sein, die wir auch als neue Mitstreiter gern im Eifelverein begrüßen würden.
Zum informativen EifelPfadFinder, dem Wanderplaner des Eifelvereins, geht’s unter: www.eifelpfadfinder.eu.
(Heinz Vaßen)